Wrackplünderung auf Kullaberg

Leuchtturmgeschichte

Wrackplünderung auf Kullaberg

Das ursprüngliche germanische Strandrecht war hart gegenüber den Schiffbrüchigen. In seiner äußersten Form gab es den Küstenbewohnern das Recht, gestrandete Schiffe an sich zu nehmen und die Schiffbrüchigen zu Leibeigenen zu machen. Das alte Schonische Recht gewährte den Schiffbrüchigen zwar früh einen gewissen Schutz, doch mittelalterliche Urkunden berichten, dass die alten Sitten noch lange weiter gepflegt wurden. Auf Hallands Väderö betete man in der alten Kapelle folgendes Gebet:

Lieber Herr, erhör uns doch:
Lösch das Feuer auf Väderö,
dass Schiffe aus fernen Landen stranden an unseren Stranden.
Doch schone unsere Männer.

Im Seerecht von 1667 wurde das Verhältnis zwischen Schiffbrüchigen und Küstenbewohnern klar geregelt: Wer falsche Leuchtfeuer entzündete oder Strandgut an sich nahm, dem drohte die Todesstrafe. Zugleich wurde jedoch ein gesetzlicher Anspruch auf Bergelohn eingeführt.

1734 wurde das Gesetz weiter verschärft: Wer Schiffbrüchige tötete, wurde mit der härtesten Strafe des Gesetzes belegt, dem Tod durch Rädern.

1761 wurde festgelegt, dass jeder, der etwas an einem Leuchtturm beschädigte, mit 32 Paar Rutenhieben bestraft und zur Wiedergutmachung des Schadens verpflichtet wurde. Führte der Schaden zu einem Schiffbruch, war die Strafe die Enthauptung.

Der Tribut des Meeres

Das Leben rund um den Berg war hart und gefährlich. Jedes Jahr füllten sich die Sterbebücher der Kirche von Brunnby mit den Namen der Ertrunkenen. Es war nicht ungewöhnlich, die Seefahrt mit 10 Jahren zu beginnen, und manchmal kamen Väter, Kinder und Enkel beim selben Unglück ums Leben. Das Meer macht keinen Unterschied. Von den Fischern in Arild im 19. Jahrhundert holte das Meer die Hälfte vor der Zeit. Zurück blieben die Witwen, allein mit der Verantwortung für die Kinder.

Traueranzeige für einen Schiffer vom 31. Januar 1911. Unter den Namen der Eltern und Geschwister stand folgender Vers:

Wie und wann dein Kampf geschah, hat kein Menschenaug gesehn.
Deine Rufe dämpfte der Sturm, kein Menschenohr hat sie gehört.

Die blaue Woge ward deine Decke, der Meeresgrund ward deine Bahre.
Herr, reich uns deine helfende Hand, die schwere Trauer zu tragen.

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