Leuchtturm Kullen56°18′N 12°27′O

Zahlen und Fakten zum Leuchtturm Kullen

An der Spitze von Kullaberg steht der lichtstärkste und höchstgelegene Leuchtturm Skandinaviens, an einem der meistbefahrenen Gewässer der Welt, dem Öresund. Es ist der älteste Leuchtfeuerstandort Skandinaviens, gegründet bereits 1561.

Position
56° 18’ 6’’ N, 12° 27’ 11’’ O
Höhe über dem Meer
78,5 Meter – der höchstgelegene Leuchtturm Schwedens
Tragweite
27,5 Seemeilen (ca. 50 km)
Lichtstärke
3,8 Millionen Hefnerkerzen – die stärkste in Skandinavien
Optik
Drei rotierende Fresnel-Linsen 1. Ordnung von Barbier & Bernard, 2,55 m Durchmesser, ca. 6 Tonnen, vier Umdrehungen pro Minute
Turm
15 Meter hoch, Gneis aus Ablahamn und Ziegel, erbaut 1900 (der 6. Turm an dieser Stelle)
Schwedische Leuchtfeuernummer
714900
Internationale Leuchtfeuernummer
C2262
Kennung
Oc(3) WG 20s
Eigentümer/Betreiber
Schwedische Seefahrtsverwaltung

Geschichte in Kürze

1560 ordnete König Friedrich II. von Dänemark an, in Skagen, auf Anholt und am Kullen „Feuerpfannen“ aufzustellen. Die am Kullen war vermutlich am 1. März 1561 fertig. Es handelte sich um einen sogenannten „Papagei“, der heruntergelassen, nachgefüllt und angezündet werden konnte – das Licht kam von einem Holzfeuer in einem Eisenkorb, der an einem Gerüst aus grobem Eichenholz in 20 Ellen Höhe hing. Der erste Leuchtturmmeister am Kullen hieß Marcus Hesz.

Schon 1563 wurde das „Papageienfeuer“ durch einen gemauerten Steinturm mit Bleidach und zwölf großen Talglichtern ersetzt. 1585 wurde an der Stelle, an der der Leuchtturm heute steht, ein neuer gemauerter Turm errichtet.

Anfang des 17. Jahrhunderts begann man, Steinkohle unter freiem Himmel zu verbrennen – sie erlosch bei Regen nicht so leicht, brannte länger und gab eine deutlichere Flamme. 1624 wurde der Leuchtturm Kullen zu einem solchen offenen Kohlenfeuer umgebaut. Jede Nacht wurden 6–7 Hektoliter Kohle verbraucht, die in den Gruben von Tinkarp abgebaut und von den Bauern der sogenannten Lyktehemman – Höfe, die zur Versorgung des Feuers verpflichtet waren – und später von den Fischern hinaufgeschafft wurden, eine schwere Last. 1641 begann der Kohlebergbau in Höganäs, und später holte man Kohle auch aus Schottland, die ein kräftigeres Licht gab.

Im Sommer 1749 wurde der alte, verfallene Turm abgerissen und ein neuer Leuchtturm gebaut – damals der modernste und sicherste Skandinaviens. Die Klagen über den Betrieb hielten jedoch an, und 1783 erhielt Anders Polheimer den Auftrag, die Feueranlage zu verbessern. 1792 wurde der Leuchtturm nach seiner Konstruktion umgebaut, mit Windkanälen, die Sauerstoff durch den Turm nach oben trieben.

Die Bauweise im Wandel der Zeit

1817Der Leuchtturm wurde mit einer Laterne umgebaut. Das Kohlenfeuer wurde in einem „Glashaus“ eingeschlossen und brannte mit gleichmäßigerer Flamme – eine Methode, die in Dänemark von Löwenörn entwickelt wurde. Der Kohleverbrauch und die Belastung der Bauern, die das Feuer versorgen mussten, sanken drastisch. Im selben Jahr wurde am Kullen ein Wippfeuer als Reserve während des Umbaus errichtet. Polheimers Leuchtturm war bis 1843 in Betrieb, als die Zeit der Steinkohle zu Ende ging. Der Leuchtturm wurde zu einem „umlaufenden Spiegelfeuer“ mit zwölf Rüböllampen und zwölf parabolischen Messingspiegeln.
1857Die Spiegel wurden für eine höhere Leistung versilbert.
1882Das Rüböl wurde durch 12 Petroleumlampen mit einfachem Docht ersetzt.
1898Kullen West (Kullens västra) wurde als Hilfsfeuer gebaut, mit einer Linse 4. Ordnung (500 mm) und einer Petroleumlampe mit einfachem Docht. Seit 2013 besteht die Lichtquelle aus LEDs des Herstellers Sabik, Modell LED-155.
1899Der Bau des 6. Turms begann, aus dem rotgrauen Gneis von Kullaberg aus Ablahamn, mit einer Linse 1. Ordnung (1840 mm). Gebaut wurde der Leuchtturm von einem Spezialistenteam aus Skepplanda, reisenden Leuchtturmbauern, die an 30 Leuchttürmen in ganz Schweden beteiligt waren.
1906Die Petroleumlampen wurden durch eine Luxlampe mit drei Glühstrümpfen von je 45 mm ersetzt. Die Lichtstärke stieg auf 500.000 Hefnerkerzen.
1937Der Leuchtturm wurde elektrifiziert und erhielt ein eigenes Kraftwerk mit Maschinenraum.
1974Kullen West wurde durch ein 3,5 m hohes, wartungsfreies Kunststofffeuer aus Klippan ersetzt.
1979Der Leuchtturm wurde automatisiert.
2015Im Oktober wurden die Motoren stillgelegt, da die Stromversorgung als stabil galt. 20 in Reihe geschaltete Ni/Ca-Batterien (24 V) sichern den DGPS-Betrieb und können die Anlage 24 Stunden lang versorgen.
2016Das 600 kg schwere Quecksilberbad, das als Lager der Linse diente, wurde durch zwei ölgefüllte Lager ersetzt, die die fast 6.000 kg schwere Linsenkonstruktion tragen.

Automatisiert und elektrisch

Der Leuchtturm wurde 1979 automatisiert. Die Lichtquelle besteht heute aus 2 × 1000 W/120 V Halogenlampen, die in der Dämmerung und im Morgengrauen automatisch ein- und ausgeschaltet werden. Die Linse muss sich auch tagsüber drehen – sonst könnte die starke Linse wie ein Brennglas wirken und die Lampe zerstören. Im Anbau von 1937 befinden sich die Elektrik und zwei Dieselgeneratoren als Notstrom bei Stromausfällen. Das Leuchtfeuer dient weiterhin als Orientierungshilfe, vor allem für Freizeitboote – für größere Schiffe sendet die DGPS-Station des Leuchtturms laufend genaue Positionssignale.