Die Leuchtturmbauer am Leuchtturm Kullen im Jahr 1900

Leuchtturmgeschichte

Die Männer, die den Leuchtturm Kullen bauten

Unter den verstreuten Dokumenten des Leuchtturms fanden wir eine Fotografie, die die Fantasie anregt: die 14 stolzen Handwerker, die den Leuchtturm 1899–1900 bauten. Es scheinen selbstbewusste Männer zu sein, mit geradem Rücken und gepflegtem Schnurrbart, herausgeputzt mit Vega-Mützen und Melonen. Die Männer auf dem Bild hatten sicher Grund, sich geschätzt zu fühlen – viele Touristen kamen zur Baustelle hinauf, um zu verfolgen, wie der Leuchtturm wuchs, mitten in der Blütezeit von Kullaberg und Mölle, der Zeit von den 1880er-Jahren bis zum Ersten Weltkrieg. Damals kamen auch viele deutsche und dänische Gäste hierher, dazu Berühmtheiten wie Selma Lagerlöf, Strindberg und Oscar II.

Kein Wunder, dass sie auf dem Bild recht keck wirken. Die dazugehörige Liste mit Spitznamen, Berufen und Heimatorten steigerte die Faszination noch: der Schmied Sväs Karl aus Sålanda und der Zimmermann Munters aus Färsled – wer waren diese Männer, und woher kamen sie?

Mehrere Ortsnamen ähnelten sich: Ryk, Kärret Ryksdamm, Nipe Ryk und andere. Als wir die Namen auf der Karte suchten, stellten wir zu unserer Überraschung fest, dass alle Männer aus einem Gebiet von wenigen Kilometern rund um den kleinen Ort Skepplanda in der Gemeinde Ale in Västergötland stammten, etwa 30 km nordöstlich von Göteborg. Das war überraschend. Warum gerade Skepplanda? Warum holte man 14 Männer aus einem kleinen Ort, der 300 km entfernt lag, um den Leuchtturm Kullen zu bauen? Waren die Zeiten oben in Risveden hart, oder waren diese Männer besonders geschickte Handwerker? Nach einigem Forschen fanden wir die Antwort: Die Männer auf dem Bild sind ein Glied in einer langen örtlichen Tradition der Wanderarbeit.

Seit mehreren Hundert Jahren zogen die Kleinbauern aus Ale (Risveden) im Sommer in Arbeitstrupps los, um Häuser für andere zu bauen. In den Wäldern von Risveden gab es reichlich Holz, anders als an der Küste von Bohuslän, wo die Nachfrage lag. Man baute die Häuser zu Hause auf, markierte alle Bretter, baute die Häuser wieder ab und errichtete sie dann am Zielort. In früheren Zeiten flößte man die Stämme zum Bestimmungsort, oft nach Göteborg und auf die Schäreninseln.

Ende der 1800er-Jahre wurden die Leuchtturmbauer zu einer neuen Gruppe, die im Sommerhalbjahr in Arbeitstrupps umherreiste und an vielen Orten entlang der schwedischen Küsten Leuchttürme und Wärterhäuser baute, von Hållö in Bohuslän bis hinauf nach Malören in Norrbotten. Sie sollen auch Leuchttürme an der norwegischen Küste gebaut haben. Viele der Handwerker kamen, wie beim Leuchtturm Kullen, gerade aus Skepplanda und Ale.

Fotos der Frauen und Kinder der Leuchtturmbauer fehlen uns jedoch. Sie waren es ja, die zu Hause die Landwirtschaft besorgten, während die Männer fort waren – eine weniger glanzvolle, aber wohl ebenso arbeitsreiche Aufgabe. Sicher nagte auch die Sorge, ob der Mann unversehrt heimkehren und ob er dann seinen Verdienst noch haben würde. Das Vergnügungsleben in der Fremde, nicht zuletzt in Mölle, bot viele Versuchungen für den, der sich nach Feierabend ein Bier gönnen wollte.

Die Leuchtturmbauer aus Skepplanda

Die Arbeiter am Leuchtturm Kullen im Jahr 1900.

Stehend, von links:
1. Gustav Karlsson, Ryk, später Vorarbeiter, Maurer
2. Emanuel Johansson, Färdsle (Munters), Zimmermann
3. Karl Egenvall, Skepplanda (Knapes), Schmied
4. August Svensson, Kärret Ryksdamm
5. Bernhard Eriksson, Ryksdamm, Zimmermann
6. Karl Kristensson, Skönningared

Auf dem Zaun sitzend, von links:
1. Johan Larsson, Angertuvan, später Alvhem
2. Karl Andersson, Relsbo Ryksdamm, Schmied
3. Sven Karlsson, Ryk (Rösthållars), Zimmermann
4. Anders Andersson, Ryksdamm Relsbon, Vorarbeiter, Vater von Nr. 2 in dieser Gruppe

Auf dem Boden sitzend:
1. Anders Johansson, Ryk, später Sålanda
2. Albin Kristofersson, Nipe Ryk, Zimmermann
3. Karl Andersson, Sålanda (Sväs Karl), Schmied
4. Johan Andreasson, Sålanda, Handlanger des Vorigen

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